Schlaganfall

NOTFALL SCHLAGANFALL – Die STROKE UNIT als Spezialbereich für die Behandlung des Schlaganfalls ist unter den folgenden Telefonnummern erreichbar:

Schlaganfalldirektruf/Rettungsstelle

03831 35-2556

Facharzthandy

0151 17456141

Stroke unit

03831 35-2590

Wir wurden im Juli 2009 erneut von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft als regionale Stroke unit zertifiziert. Somit sind alle Voraussetzungen für eine optimierte Schlaganfallversorgung in Stralsund gegeben. Mehr als 600 Schlaganfallpatienten werden jährlich von uns versorgt.

Der Schlaganfallbereich ist eingebunden in einen Bereitschaftsdienst, der sofort die Diagnostik zu jeder Tageszeit durchführt, um das „therapeutische Fenster“ den ersten Stunden nach Schlaganfall für spezielle Therapiemaßnahmen zu nutzen.

Die zeitgemäße Ausstattung der Radiologie mit einem 1,5-Tesla-Kernspintomographen mit Diffusions- und Perfusionsmessungen, einem 10-Zeiler Computertomographen sowie die ständige Angiographie- und Sonographiebereitschaft ermöglichen jederzeit die sofortige Diagnostik und Therapieeinleitung bei Schlaganfallpatienten. Spezielle Therapiemaßnahmen, wie die so genannte Lyse-Therapie, dienen dazu, große Teile des vom Schlaganfall betroffenen Hirngewebes noch zu retten.

Hier kommt es auf optimierte Abläufe an, um die erforderlichen Therapiemaßnahmen möglichst rasch einzuleiten, denn es gilt: Time is brain. Entscheidend ist, dass der Patient bei den ersten Anzeichen eines Schlaganfalls in die Klinik möglichst rasch kommt. Eine exzellente Kooperation zwischen Neurologie, Neuroradiologie, Kardiologie und Gefäßchirurgie ist bei uns gegeben.

Insgesamt zehn Monitorbetten stehen auf der Stroke unit bereit, die alle eine ständige Kontrolle der wichtigen Körperfunktionen in den Tagen nach Schlaganfall erlauben. Erfahrenes Personal nimmt sich rund um die Uhr der besonderen Probleme des Schlaganfall-Patienten an und hält u.a. Blutdruck, Blutzucker und Körpertemperatur bei Optimierung der Kreislaufsituation und der Sauerstoffsättigung in engen Grenzen, um die Schädigung des Hirngewebes zu minimieren. Bereits während der Behandlung in diesem Intermediate Care-Bereich beginnt die Rehabilitation mit Physio- und Sprachtherapie. Hier arbeitet die Klinik fachlich besonders eng mit der Rehabilitationsklinik Ahrenshoop zusammen, um eine raschen und reibungslosen Übergang vom Akutbereich in die Rehabilitation zu ermöglichen.

Eine möglichst enge Kooperation mit den benachbarten Universitätskliniken in Greifswald und Rostock gerade bei der Schlaganfallversorgung wird von der Abteilung angestrebt.

Was sind die Ursachen eines Schlaganfalls?

Einem Schlaganfall können eine Reihe von Ursachen zugrunde liegen. Bei einem Schlaganfall muss die erforderliche Diagnostik so schnell wie möglich durchgeführt werden, damit der jeweilige Patient die für ihn optimale Therapie erhalten kann. Es gilt: "Time is brain".

Die kardiale Embolie
Von einem kardio-embolischen Hirninfarkt spricht man, wenn die Ursache eines Schlaganfalles auf eine abgelaufene Thrombose im Herzen zurückzuführen ist. Kommt es im Herzen zu einer Störung der Blutströmung zum Beispiel durch Herzrhythmusstörungen, gestörte Herzwandbewegungen (z.B. nach Herzinfarkt) oder Herzklappenfehler, kann ein Blutgerinnsel (Thrombose) im Herzen bilden, das sich ablösen und vom Blutstrom mitgerissen werden kann. Dieses Blutgerinnsel wird über die großen Halsschlagadern in das Gehirn transportiert und kann dort eine Hirnarterie verschließen. Es kommt zu einem Abbruch der Blutversorgung. Die Nervenzellen werden geschädigt bzw. gehen zu Grunde. Ist eine bleibende Schädigung der Nervenzellen eingetreten, spricht man von einem Hirninfarkt.

Die arterio-arterielle Embolie
Hierunter versteht man Hirninfarkte, die auf dem Boden von "Gefäßverkalkungen" entstehen. Diese arteriosklerotische Wandveränderungen zum Beispiel durch erhöhte Blutfettwerte, ein erhöhtes Cholesterin, erhöhte Blutzuckerwerte oder durch Nikotin. Die Gefäßwandablagerungen führen zu einer Einengung des Gefäßdurchmessers. Hinter diesen Engstellen kommt es zu Verwirbelungen des Blutes, was eine Thrombosebildung begünstigt, da sich vermehrt Blutbestandteile, insbesondere die Blutplättchen (Thrombozyten), an diesen Stellen ablagern können. Werden durch den Blutstrom Anteile dieser Gefäßwandveränderungen mitgerissen, kann es über den gleichen Mechanismus wie bei der kardialen Embolie zu einem Verschluss einer Hirnarterie kommen.

Der hämodynamische Infarkt
Eine Verengung des Gefäßdurchmessers durch arteriosklerotische Wandveränderungen wird bis zu einem bestimmten Grad dadurch kompensiert, dass das Blut die Engstelle entsprechend schneller passiert - vergleichbar dem Gartenschlauch, der an seinem offenen Ende zugedrückt wird. Geht diese Verengung allerdings über ein bestimmtes Maß hinaus, dekompensiert dieses System und es wird nicht mehr genügend Blut durch die Engstelle transportiert. Dies führt dazu, dass zu wenig sauerstoffreiches Blut in das Gehirn gelangt - ein Schlaganfall ist die Folge. In diesen Fällen spricht man von einem so genannten hämodynamisch bedingten Infarkt.

Die Gefäßwanddissektion
Unter dem Begriff Dissektion versteht man den Einriss der Gefäßinnenwand. Die Blutgefässwände sind aus mehreren Schichten aufgebaut, von denen die so genannte Endothel-Schicht die Innenseite des Gefäßes auskleidet. Diese Schicht ist sehr dünn und sorgt für eine glatte Oberfläche, was eine widerstandsarme Blutströmung begünstigt. Unfälle können zum Endotheleinriss führen. Blut kann sich unter die Endothel-Ränder im Bereich des Einrisses „wühlen“ und die Endothel-Schicht von der darunter liegenden Wandschicht ablösen. Ist dieser Mechanismus erst einmal in Gang gebracht, kann dieser Einriss, einem Reißverschluss vergleichbar, sich weiter öffnen und vergrößern. Die Folge ist nicht selten ein kompletter Verschluss des Gefäßes.

Andere Ursachen für einen Schlaganfall
Neben den oben genannten Ursachen für einen Schlaganfall, gibt es natürlich viele andere mehr, wie zum Beispiel: die Sinusvenenthrombose, die Polyglobulie, die Hirnblutung und viele mehr.

Wichtig ist zu wissen, dass der Begriff Schlaganfall lediglich das Ereignis, also das plötzliche Eintreten einer neurologischen Symptomatik, beschreibt. Er gibt jedoch keine Auskunft darüber, welche Ursache dem Schlaganfall zugrunde liegt.

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Unsere Ziele

Ziel der Stroke Unit ist die unverzügliche, diagnostische Abklärung des Schlaganfall-Patienten (Ursache, Lokalisation, Begleiterkrankungen) und Akutbehandlung und 24-Stunden-Bereitschaft, um

  • in den ersten Stunden nach Schlaganfall durch den differenzierten Einsatz neuer Therapieverfahren überlebensfähiges Hirngewebe zu retten (Hirninfarktbegrenzung) und gleichzeitig eine geeignete Sekundärprophylaxe, d.h. Maßnahmen zum Schutz vor weiteren Schlaganfallsereignissen, einzuleiten
  • in den ersten Tagen nach Schlaganfall unter kontinuierlicher Monitorüberwachung (Intensivüberwachung) Komplikationen zu vermeiden bzw. frühzeitig zu erkennen und unverzüglich zu behandeln, um Sekundärschäden zu vermeiden
  • in den ersten Tagen nach Schlaganfall unter Einschaltung krankengymnastischer, ergotherapeutischer, logopädischer Kapazität und des Sozialdienstes bereits eine der neurologischen Symptomatik entsprechende Frührehabilitation einzuleiten

Die Schlaganfallbehandlung in einer Stroke unit vermindert die Sterblichkeit um 18% im Vergleich zum herkömmlichen Schlaganfallmanagement unabhängig von Alter, Geschlecht und Schwere des Schlaganfalls.

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Was sind die typischen Warnsymptome eines Schlaganfalls?

Plötzliche einseitige Sehstörung
Die so genannte Amaurosis fugax ist ein Warnsymptom, das mit einer plötzlichen Sehstörung auf einem Auge einhergeht. Häufig werden Symptome beschrieben wie Schleier- oder Nebelsehen (Bsp.: „wie durch eine Milchglasscheibe sehen“) auf dem betroffenen Auge, welches einige Sekunden bis mehrere Minuten anhalten kann, um sich anschließend wieder vollständig zurückzubilden. Seltener kommt es auch zu einem vorübergehenden kompletten Sehverlust eines Auges.

Beidseitige Gesichtsfeldeinschränkung
Als Hemianopsie bezeichnet man eine beidseitige Gesichtsfeldeinschränkung, die meist den rechten oder linken Rand des Gesichtsfeldes einbezieht. Typischerweise berichten Patienten mit einer Hemianopsie darüber, dass sie Gegenstände, die sich am Rande ihres Gesichtsfeldes befinden, nicht oder nur sehr undeutlich wahrnehmen können (Bsp.: „das überholende Kfz im Rückspiegel nicht erkannt“).

Hängender Mundwinkel
Die so genannte faziale Parese macht sich häufig zunächst durch einen hängenden Mundwinkel bemerkbar. Patienten mit einer fazialen Parese berichten zum Beispiel darüber, dass Ihnen beim Frühstück der Kaffee aus dem Mundwinkel lief oder sie von ihren Angehörigen auf ihren schiefen Mund angesprochen wurden (Bsp.: „Unvermögen zu Pfeifen“)

Plötzliche Sprach- oder Sprachverständnisstörungen
Als Aphasie bezeichnet man eine Sprachstörung, welche sich zum Beispiel durch eine verwaschene oder undeutliche Sprache bemerkbar macht (Bsp.: „Ich wusste, was ich sagen wollte, brachte es aber nicht über die Lippen.“). Hinweisend auf eine Aphasie kann auch ein „Nicht Verstehen“ seitens des Patienten sein, welches sich zum Beispiel dadurch äußert, dass er Aufforderungen nicht oder fehlerhaft nachkommt.

Halbseitige Gefühlsstörungen
Dieses Symptom wird in der Fachsprache als Hemihyp- oder dysästhesie bezeichnet. Ein Pelzigkeits- oder Taubheitsgefühl einer Gesichtshälfte, des Armes, des Beines oder der gesamten Körperhälfte werden häufig von Patienten in diesem Zusammenhang genannt. Das Ereignis im Gehirn ist dabei in der Regel auf der gegenüberliegenden Seite, also bei einer rechtsseitigen Hemihypästhesie links.

Halbseitige Lähmungen
In diesem Fall spricht man von einer so genannten Hemiparese. Auch hier kann unterschieden werden zwischen kompletten und inkompletten Lähmungen, die beispielsweise nur den Arm resp. das gleichseitige Bein oder das Gesicht und den gleichseitigen Arm betreffen. Typische Schilderungen beschreiben zum Beispiel das Fallenlassen der Kaffeetasse oder der Zahnbürste, das Nachziehen des Beines oder aber auch das Unvermögen, die Knöpfe des Oberhemdes zu schließen.

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Schlaganfall Spezialstation - Info zum Thema Schlaganfall

Der akute Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebserkrankungen Hirntumoren. Jeder 10. Deutsche verstirbt an den Folgen eines Schlaganfalles. Die Warnsymptome eines Schlaganfalles zu deuten, ein rasches Handeln sowie die zielgerichtete Diagnostik und Therapie in der Akutklinik, sind die Grundvoraussetzungen, die Todesrate und die Langzeitschäden nach einem stattgefundenen Schlaganfall entscheidend zu reduzieren.

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Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

Im Gegensatz zum akuten Herzinfarkt, geht der Schlaganfall in der Regel nicht mit Schmerzen einher. Das führt dazu, dass typische Warnsymptome, so genannte transitorisch ischämische Attacken (TIA), als solche nicht erkannt oder falsch gedeutet werden.

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Was ist eine transitorisch ischämische Attacke (TIA)?

Eine transitorisch ischämische Attacke ist eine kurzfristige Durchblutungsstörung des Gehirns, die mit einem vorübergehenden neurologischen Defizit einhergeht. Dieses neurologische Defizit kann wenige Sekunden bis zu 24 Stunden anhalten und bildet sich vollständig zurück. Ähnlich wie die Angina pectoris beim Herzinfarkt, gilt die transitorisch ischämische Attacke als Warnsymptom eines drohenden Schlaganfalles und Bedarf ein sofortiges Handeln, denn in diesem Stadium kann dem drohenden Schlaganfall wirkungsvoll vorgebeugt werden. Die transitorisch ischämische Attacke ist ein Notfall und erfordert die sofortige stationäre Aufnahme in eine neurologische Akutklinik.

Wir wollen die Bevölkerung unseres Einzugsgebiets intensiv über den Schlaganfall informieren, so dass in der Notfallsituation angemessen reagiert wird mit einem möglichst raschen Transport in unserem Schlaganfallbereich.

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