Kontakt

Dr. Hans-Werner Seide
Chefarzt
Tel: 04352 - 80 6350
hans-werner.seide(at)damp.de

Orthopädie II

Fußchirurgie

Die Fußchirurgie gewinnt in Damp zunehmend an Bedeutung, besonders im Rahmen rheumatischer Erkranksbilder. Auch bei der Behandlung des Senkspreizfußes sowie seiner Folgeerscheinungen ( wie z.B. der schmerzhafte Innen- und Außenballen), sowie Verschleißerkrankungen der Sprunggelenke sind in den vergangenen Jahren medizinische Fortschritte erzielt worden. Das Behandlungsspektrum der Ostseeklinik reicht von Korrektureingriffen im Bereich des Vorfußes über Versteifungsoperationen der Fußwurzel und Sprunggelenke bis zum künstlichen Ersatz des oberen Sprunggelenks sowie unfallbedingte Folgezustände gehören ebenfalls zu unseren Schwerpunkten.

Den Hauptanteil der fußchirurgischen Erkrankungen bilden die Folgeerscheinungen der Fußdeformitäten wie Knick-, Senk-, Spreizfuß mit den typischen Zehendeformitäten wie Hallux valgus, Krallenzehen, Hammerzehen sowie schmerzhafter Innen- und Außenballen.
Hier gibt es unterschiedliche Korrekturmöglichkeiten, die darauf abzielen, schmerzhafte Schwielenbildungen zu beseitigen und die krankhaft veränderte Form des Vorfußes annähernd zu normalisieren und somit ein schmerzfreies Gehen zu ermöglichen.
Im Bereich der Fußwurzel und der Rückfußgelenke (oberes und unteres Sprunggelenk) haben wir sehr häufig Gelenkverschleisserkrankungen zu behandeln. Bei fortgeschrittenen Schäden stehen eine Reihe von Versteifungsoperationen zur Verfügung, die nach Fusion der betroffenen Knochen eine weitgehend schmerzfreie Belastbarkeit ermöglichen. Alternativ zur Versteifung des oberen Sprunggelenkes gibt es heute die Möglichkeit, eine Endoprothese ins obere Sprunggelenk einzusetzen.
Auch die Spätfolgen von Nervenlähmungen im Fußbereich (z.B. Lähmungsspitz-Klumpfuß) lassen sich durch Sehnen- und Knochenoperationen wieder korrigieren. Durch die Auswahl von gewebefreundlichen Materialien aus Titan, sind Metallentfernungen in den meisten Fällen überflüssig geworden.

Rheumaorthopädie

Nach gründlicher Diagnostik wird ein individuelles Therapiekonzept für die Patienten, die unter einer Erkrankung des rheumatischen Formenkreises leiden, erarbeitet. Schwerpunkt ist die entzündlich-rheumatische Erkrankung (z.B. progressive chronische Polyarthritis - chronisch entzündetes Rheuma (p.c. P), M. Bechterew, Spondylarthritis - rheumatische Entzündungen der Wirbelgelenke, Psoriasis-Arthritis - Gelenkentzündung bei Schuppenflechte, Weichteil-Rheuma).

Im Frühstadium einer rheumatischen Gelenkerkrankung kann die entzündlich veränderte Gelenkinnenhaut entfernt werden (sogenannte Synovialektomie), um das betroffene Gelenk möglichst lange funktionstüchtig zu erhalten. Das Erkrankungsstadium kann auch geeignet sein, durch eine Behandlung mit Radionukliden, sogenannten Radiosynoviorthese in Zusammenarbei mit einem Radiologischen Institut günstig beeinflusst zu werden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe bewährter, wiederherstellender Verfahren, wie z.B. bei schwerer rheumatischer Vorfuß- und Zehendeformität. Instabil gewordene Gelenke können versteift, Fehlstellungen und Kontrakturen können durch gelenknahe Knochenoperationen, Sehnenverlängerungen oder -verlagerungen wieder ausgerichtet und stabil belastbar gemacht werden. Um das für Sie geeignete Therapieverfahren wählenzu können, gehören Spezialkenntnisse und große Erfahrungen auf diesem Gebiet dazu. Neben der Endoprothetik der Hüft-und Kniegelenke einschließlich der Wechseloperationen gibt es jahrzehntelange Erfahrungen mit der speziellen Endoprothetik, so werden Kunstgelenke für die Schulter-, Ellenbogen-, u. Fingergelenke eingesetzt. Die enge Zusammenarbeit mit der internistisch-rheumatologischen Abteilung im Hause rundet denTherapieerfolg ab.

Sie sollten zunächst mit Ihrem Hausarzt über Ihre Erkrankung sprechen und ihn fragen, ob Sie unsere Spezialsprechstunde für gezielte weiterführende Diagnostik und Therapie in Anspruch nehmen sollen. In diesem Falle wird Ihr Hausarzt Sie an die Rheumasprechstunde zu Herrn Dr. Seide überweisen. In der Rheumasprechstunde wird eine eingehende Untersuchung und Beratung durchgeführt. Es werden die für Sie in Frage kommenden Behandlungsformen diskutiert und festgelegt (z.B. medikamentös, physikalisch, nuklearmedizinisch, operativ). Die vorgesehene Therapie wird mit Ihrem Hausarzt besprochen und abgestimmt. Falls eine Operation erforderlich ist, kann auch gleich in der ersten Sprechstunde ein Termin vereinbart werden. In jedem Falle wird Ihr Hausarzt über alle Schritte unterrichtet und ggf. selbst ergänzende Voruntersuchungen vornehmen oder veranlassen.
Sollte ein operativer Gelenkersatz erforderlich sein, organisiert die Sprechstunde Eigenblutentnahmetermine, Aufnahme- und Operationstermin für Sie.

Spezielle Endoprothetik

Ein weiterer Schwerpunkt der Abteilung ist die endoprothetische Versorgung nahezu sämtlicher Extremitätengelenke, einschließlich der ggf. erforderlichen Wechseloperationen. Den Hauptanteil der endoprothetischem Versorgung bilden die herkömmlichen Hüft- und Kniegelenksendoprothesen, einschließlich komplizierter Wechseloperationen. Darüberhinaus ist die Abteilung in Schleswig-Holstein ein Zentrum für spezielle endoprothetische Operationen, wie Schulter- und Ellenbogengelenksendoprothesen, Fingerendoprothesen sowie Sprunggelenksendoprothesen.

Insbesondere die Zahl der Schultergelenksendoprothesen steigt in den letzten Jahren kontiunierlich an. Zur Behandlung kommen hier primäre Verschleißerkrankungen des Schultergelenkes sowie sekundärer Verschleiß nach rheumatischen Erkrankungen. Weiterhin bilden auch Patienten mit Unfallfolgen der Schulter (Humeruskopftrümmerfrakturen) einen großen Anteil der mit Schulterendoprothesen versorgten Patienten, je nach Art des Schultergelenkverschleißes kommen 4 verschiedene Endoprothesentypen zum Einsatz: Der Oberflächenersatz (Copeland Cup-Plastik) ist ein sehr elegantes Verfahren und setzt natürlich noch relativ gute Knochenverhältnisse voraus, da er zementfrei implantiert wird. In schwierigeren Fällen kommt die Humeruskopfendoprothese (Modell Anatomica) zum Einsatz. In den Fällen einer schweren Trümmerfraktur besteht die Möglichkeit eine sog. Frakturendoprothese einzusetzen. Selbst bei extremer Schädigung der Rotatorenmanschette, der sog. Defektarthrotpathie, und insbesondere bei Wechseloperationen, ist es mit der sog. inversen Schulterendoprothese (Delta Endoprothese) noch möglich, gute funktionelle Resultate zu erzielen.

Der endoprothetische Ersatz des Ellenbogengelenkes ist häufig bei schweren Rheumafolgen mit instabilen und destruierten Ellengelenken notwendig. Es besteht die Möglichkeit des totalen Gelenkersatzes mit einem gekoppelten Ellenbogengelenk (Endo-Modell), mit oder ohne Radiusköpfchenersatz. Bei noch gut erhaltener Stabilität und relativ guter Knochensituation ist es auch möglich, im Bereich des Ellenbogens ein zementfreies Gelenk zu implantieren (Modell IBP).

Zunehmend an Bedeutung gewonnen hat in den letzten Jahren auch die Fingergelenksendoprothetik . Bewährt hat sich insbesondere die Endoprothetik der Fingergrundgelenke bei schweren rheumatischen Destruktionen. Auch für die Fingermittelgelenke gibt es mittlerweile anatomische Endoprothesen, die als Alternative zur herkömmlichen Versteifungsoperation des Fingermittelgelenkes in Frage kommen.

Die Verschleißerkrankungen des oberen Sprunggelenkes treten sehr häufig viele Jahre nach einer Knöchelfraktur auf sowie oft auch im Rahmen einer rheumatisch-entzündlichen Grunderkrankung. Neben der Versteifung des oberen Sprunggelenkes, die wir überwiegend jüngeren Patienten empfehlen, haben wir mittlerweile auch seit etwa 15 Jahren gute Erfahrungen mit den Sprunggelenkssendoprothesen gemacht. Diese empfehlen wir, bei noch relativ gut erhaltener anatomischer Situation und Bandstabilität, den Patienten jenseits des 50. Lebensjahres. Auch nach einer Endoprothesenoperation des Sprunggelenkes besteht viele Jahre später immer noch die Möglichkeit einer Versteifungsoperation, wenn ein Wechsel der Endoprothese aufgrund der gegebenen Situation nicht mehr möglich ist.

Für alle Patienten, die mit Spezialendoprothesen versorgt werden, wird vor der Operation an Hand des klinischen und röntgenologischen Befundes sowie ggf. der Kernspintomographie, das genaue Vorgehen (Prothesentyp usw) ausführlich mit dem Patienten erörtert. Hierzu ist eine ambulante Vorstellung in unserer Sprechstunde notwendig und möglich