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Donnerstag, 30. September 2010

Grünes Licht für die Prostata

Kiel, 30.09.2010. Ein Lasersystem der neuesten Generation ermöglicht in der Ostsseeklinik Kiel als erste Klinik im norddeutschen Raum die schonende und unblutige Behandlung von gutartigen Prostatavergrößerungen gleich welchen Volumens. Mit diesem Verfahren ist nach Ansicht von Prof. Dr. Peter-Martin Braun, Belegarzt für Urologie an der Ostseeklinik Kiel, das Risiko einer dauerhaften Inkontinenz und Impotenz sehr gering.  

Jeder zweite Mann über 50 Jahren leidet an einer gutartigen Vergrößerung der Prostata. Für viele Männer sind häufiger nächtlicher Harndrang und verminderter Harnstrahl so schwerwiegend, dass nur eine Operation Abhilfe schaffen kann. Doch dafür muss Mann sich  heute nicht mehr zwingend unters Messer legen, es gibt eine schonende Alternative: Grünes Laser-Licht (Greenlightlaser).

Die Urologen des Zentrums für Urologie der Ostseeklinik Kiel  haben das Verfahren bereits seit einigen Jahren im Einsatz. „Mit dem herkömmlichen Lasergerät war die Menge der Gewebeabtragung begrenzt. Der neuartige XPS Laser arbeitet mit maximal 180 Watt und der doppelten Geschwindigkeit, so dass wir nun auch größere Prostata-Volumen von über 100 Milliliter behandeln können“, erklärt Prof. Braun.

Beim Greenlightlaser wird grünes Licht mit einer Wellenlänge von 532 Nanometern mittels eines flexiblen Lichtleiters durch die Harnröhre an die Innenseite der Prostata geführt. In der Folge verdampft das störende Prostatagewebe und der Abfluss wird wieder frei.

 „Dank des höheren Energielevels entsteht weniger Dampf und der Operateur hat eine bessere Sicht. Da die Bildübertragung auf HD-Technologie erfolgt, kann millimetergenau gearbeitet werden und weitere Verletzungen, die eine Inkontinenz oder gar dauernde Impotenz zur Folge haben, nahezu ausgeschlossen werden“, so der Operateur.

Alles in allem dauert der Eingriff zwischen 30 und 60 Minuten. Weitere Vorteile sind die geringen Blutungen und die schnelle Mobilisierung des Patienten, da keine Operationsnarbe verheilen muss. Das Verfahren eignet sich besonders für ältere Patienten, die das Risiko eines operativen Einsatzes mit höherer Komplikationsrate meiden möchten.

Bereits im Mai war an der Hamburger Chaussee 77 ein Diagnostik- und Therapiegerät der neuesten Generation für rund 320.000 Euro in Betrieb genommen worden. „Mit beiden Geräten wird die Behandlungsqualität und die Patientensicherheit maßgeblich erhöht“, so Geschäftsführer Eckhard Müller.

Weitere Informationen unter Telefon (0431) 7206300.