
Endokrine Chirurgie
Die endokrine Chirurgie beschäftigt sich mit Operationen an hormonbildenden Drüsen. Organe, die einer chirurgischen Behandlung unterzogen werden, sind die Schilddrüse und die Nebenschilddrüsen, die Nebennieren und auch die Bauchspeicheldrüse. Liegen Fehlfunktionen oder Tumoren vor, kann die teilweise oder vollständige Entfernung erforderlich werden.
Am häufigsten sind Eingriffe an der Schilddrüse. Besonders Überfunktionen oder gutartige Knotenbildungen sind Grund für eine Entfernung. Bei diesen Operationen ist wegen der wichtigen Nerven, die in sehr enger Nachbarschaft zum Organ liegen, eine besonders subtile Operationstechnik erforderlich. Um diese Nerven sicher zu schonen werden neue Geräte eingesetzt (sog. Nerven-Monitoring). Ebenso ist die Entfernung der Nebenschilddrüsen bei einer Überfunktion notwendig. Da manchmal nur eines der vier Nebenschilddrüsenkörperchen erkrankt ist und die übrigen gesunden belassen werden können, wird das erkrankte Polkörperchen durch radioaktive Substanzen markiert und kann durch spezielle Sonden auch an ungewöhnlichen Stellen gefunden und behandelt werden.
Auch in der endokrinen Chirurgie verfolgt unsere Klinik ihren Schwerpunkt der minimalinvasiven Operationen. Die Entfernung der Nebennieren, die anatomisch an ungünstiger Stelle liegen, ist inzwischen mit der "Schlüssellochchirurgie" ein Routineeingriff.
Seltener sind endokrine Tumoren an anderen Organen wie z. B. der Bauchspeicheldrüse. Sie erfordern oft große Eingriffe, bei denen teilweise angrenzende Organe mit entfernt werden müssen. Diese Patienten benötigen eine besonders intensive Betreuung vor und nach der Operation.
Die Behandlung endokriner Erkrankungen besteht allerdings nicht allein aus der Operation. Sehr wichtig ist bereits präoperativ eine präzise Therapieplanung. Teilweise muss zunächst eine Vorbehandlung erfolgen, oft auch eine Nachbehandlung oder zumindest eine sorgfältige Nachkontrolle. Hierfür arbeiten wir eng mit Internisten und Nuklearmedizinern zusammen.
