
Dr. Steffen Oehme
Ostseeklinik Damp
Chefarzt Orthopädie I
E-Mail: steffen.oehme(at)damp.de
Broschüre

Leben mit dem Hüftgelenk
Ein Goldfisch namens Helga
Helga W. ist 75, aber zieht im Rendsburger Schwimmbecken an manchem Jungspund vorbei. Bei der Deutschen Meisterschaft 2010 erklomm sie gleich zwei Mal das Siegertreppchen. Dass sie künstliche Hüften hat, merkt ihr niemand an.
Ein Stückchen Kuchen? "Nö, danke, das bringt nur Hüftgold." Helga Wendt lacht und bestellt eine Tasse Kaffee, schwarz. Auch das gemütliche Sofa im Café kann die athletische Dame nicht locken - "auf einem Stuhl sitze ich gerader." Aus ihrer Tasche zieht Helga Wendt flink Medaillen hervor: Zweimal Bronze von den diesjährigen Deutschen Masters in Hamburg, wo sie auch gegen ehemalige Profis aus der DDR anschwamm. Und Medaillen von der Weltmeisterschaft in Dänemark: für den neunten Platz in 200 Meter Brustschwimmen und den siebten in 50 Meter Delfin - "da liefen schon ein bisschen die Tränen vor Glück."
Dass die Amateur-Schwimmerin es noch so weit bringen würde, war vor zehn Jahren eher unwahrscheinlich. Damals bekam ihr sportlicher Ehrgeiz einen großen Dämpfer. Helga W. litt, wie so viele in ihrem Alter, an Durchblutungsstörungen des Knorpels an den Hüften. Ganz schlecht für die Grätschbewegungen im Wasser. Ihr Arzt schickte sie in die Ostseeklinik Damp - eine der renommiertesten Kliniken für Endoprothetik in Deutschland. Die Spezialisten dort tauschten die kaputten Gelenke gegen künstliche aus. Wenig später schwamm Helga W. wieder, als wäre nichts gewesen. Bis ihr Arzt Anfang letzten Jahres beim Röntgen sah, dass die Pfanne der einen Hüfte nicht mehr richtig fest im Knochen saß - und die Patientin erneut nach Damp überwies, zum Ersatzteiltausch. Eine ganz normale Sache, denn auch künstliche Knochen halten nicht ewig. "Für mich kam das total überfallartig und unpassend", erinnert sich Helga W., "ich hatte keine Schmerzen, und hatte mich gerade für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert."
Chefarzt Dr. Steffen Oehme setzte der Kassenpatientin ein Hightech-Implantat ein, aus Trabecular Metal. Das wächst noch besser in den Knochen ein. Nach drei Monaten "ärztlichem Wasserverbot" sprang Helga Wendt schon wieder ins Becken. Trotz der Zwangspause - "Ich war erst mal wieder auf Seepferdchen-Niveau" - schaffte sie die Qualifizierung für die Deutsche Meisterschaft und die WM. "Ich bin psychisch sehr stabil", erklärt die 75-Jährige ihren Erfolg. "Und ich hatte die besten Reparateure, die man sich wünschen kann." In einem Dankesschreiben verlieh sie dem Ärzte-Team der Ostseeklinik den Titel "Damper Orthopädie-Meister".
Dass Meister nicht vom Himmel fallen, weiß die gelernte Kinderkrankenschwester sehr gut. Als sie junge Mutter war, konnte Helga nur ein bisschen Brustschwimmen, aber weil im Turnverein eine Trainerin für das Mutter-Kind-Schwimmen fehlte, studierte sie flugs Bücher und Vorbilder - und machte kurzerhand den Trainerschein. Bis heute unterrichtet sie Sportskanonen aller Altersstufen, auch in Sachen Walking. Helgas eigenes Fitnessprogramm beginnt gleich nach dem Aufstehen. "Mit Gymnastik und kleinen Hanteln arbeite ich einmal den ganzen Körper durch." Seit der letzten OP trainiert sie im Schwimmbecken nicht mehr zwei bis drei Stunden hintereinander, sondern "nur noch eine", aber das jeden Tag. Auch das Joggen hat sie runtergefahren - "die harten Böden in der Stadt sind nicht so gut für die Hüften." Dafür hat sie jetzt mehr Zeit für die Meister von morgen. Für den Schwimmverein Viking Kiel trainiert sie seit März die Nachwuchsgruppe in der neuen Außenstelle Rendsburg. "Mit ihren sportlichen Erfolgen ist sie ein Vorbild für die Jüngsten", sagt ein Sprecher des Vereins. Die Jungen staunen nicht schlecht, wenn die 75-jährige mit ihren muskulösen Oberarmen das Wasser durchpflügt. Während andere in ihrem Alter am Stock gehen, zeigt Helga der Welt, welch unbändige Kraft und Lebenslust noch in ihr steckt. Bei der Deutschen Kurzbahnmeisterschaft der Masters Ende November in Bremen kämpft sie um die nächsten Medaillen.